Trotz des starken Aufkommens von automatischen Holzfeuerungssystemen in den letzten Jahren ist der klassische „Spältenkessel“ im Keller auch heute noch die gebräuchlichste Art, ein Ein- oder Mehrfamilienhaus ausschliesslich mit Holz zu beheizen und kommt insbesondere dann zum Zug, wenn eine Feuerung im Wohnraum aufgrund von Architektur oder Wärmeleistung nicht in Frage kommt. Mit dem Entscheid zugunsten eines Stückholzkessels zeigt eine Bauherrschaft immer auch, dass sie bereit ist, einen etwas höheren Arbeitsaufwand als bei einer automatischen Pellet- oder Schnitzelfeuerung in Kauf zu nehmen.
Weil die Verbrennung von Stückholz nur chargenweise und nicht kontinuierlich erfolgen kann, erzeugen Stückholzkessel pro Abbrand mehr Energie, als gleichzeitig verbraucht wird. Die überschüssige Energie muss in einen Speicher abgegeben werden. Kesselleistung und Speichervolumen sind so zu wählen, dass an ganz kalten Tagen maximal zweimal eingeheizt werden muss. Bei Kesseln mit dem Qualitätssiegel von Holzenergie Schweiz ist das auf der Liste angegeben minimale Speichervolumen einzuhalten.
Grundsätzlich kann bei Stückholzfeuerungen zwischen oberem und unterem Abbrand unterschieden werden. Stückholzkessel mit oberem Abbrand weisen kurzfristig eine hohe Leistung auf, sodass zur Gewährleistung einer ausreichend langen Verweilzeit der Gase eine grosse Brennkammer erforderlich ist. Beim unteren Abbrand nimmt nur die unterste Schicht des im Füllschacht eingebrachten Brennstoffs momentan an der Verbrennung teil. Dadurch wird der Abbrand auf eine längere Zeitspanne mit geringerer Leistung ausgedehnt. Der Abbrand kann so bis zu fünf und mehr Stunden betragen. Da während der langen Abbrandzeit Wärme direkt dem Gebäude zugeführt wird, kann der Speicher bei Feuerungen mit unterem Abbrand kleiner dimensioniert werden.



