
Die Bauherrschaft eines Wohnhauses oder eines kleinen Gewerbebetriebs möchte mit Holz heizen. Um den Betriebsaufwand klein zu halten, entscheidet sie sich für eine automatische Holzschnitzelfeuerung. Holzschnitzelfeuerungen werden für die Beheizung von grossen Gebäuden, Industriebetrieben und den Betrieb von Nahwärmverbünden seit Jahren mit Erfolg eingesetzt. Dank enormer technischer Entwicklungen stehen Schnitzelheizungen seit neuem aber auch für Objekte mit kleinem Wärmebedarf zur Verfügung. Die kleinsten Kesseltypen verfügen über eine regelbare Wärmeleistung ab 5 kW. Damit eignen sie sich für grössere Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und kleinere Gewerbebetriebe. Häufig werden auch benachbarte Gebäude an eine zentrale Holzschnitzelfeuerung angeschlossen. In modernen Feuerungen lassen sich sowohl waldfrische als auch trocken Schnitzel problemlos verbrennen.
Direkte Versorgungskette
Bei der direkten Versorgungskette wird das geschlagene Energieholz im Wald zu Holzschnitzeln verarbeitet und direkt zum Verbraucher transportiert. Für eine grössere Versorgungssicherheit kann der Lieferant das Rundholz an einem für den Hacker auch im Winter (Schnee, Glatteis) zugänglichen Ort lagern.
Die direkte Versorgungskette ist kostengünstig, weil der Bearbeitungsaufwand minimal ist und kein Schnitzelzwischenlager benötigt wird. Der Energieholzlieferant muss die Versorgungssicherheit auch im Winter bei schlechter Zugänglichkeit zum Wald garantieren. Die Schnitzel haben einen Wassergehalt bis maximal 60%.
Durch eine Lagerung der gefällten und nicht entlaubten Bäume während einiger Wochen oder Monate im Wald wird bereits eine massgebliche Vortrocknung erreicht (Wassergehalt < 50%). Gleichzeitig bleibt dabei dem Wald der grösste Anteil an Laub und Nadeln als Mineralstoffe erhalten.
Indirekte Versorgungskette
Bei der indirekten Versorgungskette wird das Energieholz ausserhalb des Waldes in Form von Holzschnitzeln zwischengelagert. Die indirekte Versorgungskette ist teurer, weil sie ein Schnitzelzwischenlager benötigt. Sie hat dort ihre Berechtigung, wo der Zugang zum Wald im Winter nicht möglich ist, sowie als regionale Lösung, wenn sehr grosse Schnitzelmengen umgesetzt werden (Pufferlager).
Nebst der direkten und der indirekten Versorgungskette gibt es gemischte Versorgungsketten, bei der beide Varianten kombiniert sind. Sie ermöglichen eine grosse Versorgungssicherheit und sind wegen der kleineren Schnitzelzwischenlager etwas günstiger als die indirekte Versorgungskette.
Da der Aufwand für Ernte, Hacken, Transport und Lagerung vor allem vom zu verarbeitenden Volumen und nicht vom Gewicht abhängig ist, sind die Preise pro Energieinhalt für Nadelholz in der Regel rund 10 bis 15% höher als für Laubholz.
Preise
Der Aufwand zur Bereitstellung von Energieholz liegt bei der direkten Versorgungskette zwischen Fr. 32.-/Sm3 und Fr. 53.-Sm3. Bei den aktuellen Marktpreisen kann die direkte Versorgungskette somit in etwa kostenneutral betrieben werden.
Bei der indirekten Versorgungskette erhöht sich dagegen der Aufwand auf Fr. 42.-/Sm3 bis Fr. 79.-/Sm3, was in der Regel zu einem defizitären Betrieb führt.
Zwischenlagerung
Die Zwischenlagerung von Schnitzeln kann zwei Funktionen erfüllen:
- Trocknung und Homogenisierung
- Verbesserung der Verfügbarkeit im Winter
Um die Kosten gering zu halten muss:
- die Lagergrösse so dimensioniert werden, dass das Nettovolumen pro Jahr möglichst oft umgesetzt wird
- die mechanische Einrichtung effizient, kostengünstig und für das Holzsortiment geeignet sein
Die Kosten der Zwischenlagerung von Holzschnitzeln sind also abhängig von der Lagergrösse und vom jährlichen Schnitzelumsatz.





